Klettertreff „T“ – eine runde Sache mit viel Platz für Gemeinschaft

Marcel Spangenberg & Marc Gräf (DAV Köln)

IMG_2192Seit Anfang 2015 treffen wir uns wöchentlich immer Montags im Kölner Stuntwerk um im direkten Austausch miteinander unsere Klettertechnik zu verbessern. Dabei stehen neben dem reinen Techniktraining an der Wand auch Themen wie Verletzungsprävention durch passende Aufwärmübungen, die Verbesserung der Beweglichkeit und der generelle Kraftaufbau durch Zirkeltraining oder gezielte Wiederholungen von Boulderpassagen auf dem Plan. Der offene Treff wurde von Anfang an sehr gut angenommen. Mittlerweile gibt es eine Kerngruppe von ca. 15 Leuten zwischen 20 und 45 Jahren, die regelmäßig an den Terminen teilnehmen und den Treff auch inhaltlich prägen. Dabei ist es uns als Organisatoren besonders wichtig, immer offen für neue Leute aus dem Verein zu bleiben, und das gelingt uns allen bislang ziemlich gut.

Platz für Austausch und Visionen

Der Klettertreff wächst mit den Charakteren und Ideen der Leute die dabei sind. Dabei ist ein festes Programm nicht immer zielführend. Arbeitsalltag, Tagesform und die persönliche Vorstellung von dem, was man erreichen möchte, sind in einer größeren Gruppe nicht immer unter einen Hut zu bringen. Deshalb hat sich unser Treff auch immer ein großes Stück Flexibilität bewahrt. Nicht selten sind die besten Ideen für Gemeinschaftsfahrten im Anschluss an eine unserer Trainingseinheiten entstanden.

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Wie läufts? Kommunikation und Austausch als Basis für die Verbesserung des Kletterkönnens
Die Idee die hinter dem Trainigsformat steht ist einfach: Jeder kann von jedem profitieren. Und Boulderhallen mit ihren kurzen Wänden bietet uns genau das auf Augenhöhe. Hier lässt sich in lockerer Atmosphäre jede Schlüsselstelle genauer analysieren und wiederholen. Was in einer Kletterhalle aufgrund der Höhe der Routen nicht ohne weiteres möglich ist, wird hier zum Vorteil. Und individuelle Lösungsansätze werden nachvollziehbar.

Das beste rausholen, und hoch hinaus!
2016 werden wir teils im Stuntwerk an bewährten Trainingskonzepten festhalten, unsere Montagstermine aber auch auf die Kletterhalle Chorweiler ausweiten. Wir erhoffen uns dabei den direkten Techniktransfer in längeren Routen, wollen aber auch verstärkt Taktikfragen und mentales Training thematisieren. In der Erprobungsphase werden wir im zweiwöchentlichen Wechsel zwischen den beiden Hallen versuchen, ein gutes Mittel zwischen Bouldern und Seilklettern zu finden. Schließlich sind viele der Leute die Montags mit uns trainieren seltener in Boulder- als in Sportklettergebieten unterwegs. Vielen Dank für ein tolles Jahr mit vielen bereichernden Begegnungen.

Kletterfahrt in die Chassezac und nach Seynes im Frühjahr 2015

Chassezac und Seynes – Rendez-Vous an Ostern

P1020148Während in Köln noch der dicke Mantel angesagt war und die Spitze des Kölner Doms noch im eisigen Nebel lag waren wir längst über alle Berge in den Süden Frankreichs gefahren. Pünktlich zum Saisonbeginn begrüßte uns die idyllische Landschaft mit Sonnenschein und tollen Routen in der Chassezac-Schlucht, direkt am gleichnahmigen Fluss. In direkter Umgebung die Ardeche, Seynes und ein wundervolles Bouldergebiet noch obendrauf. Unterkunft fanden wir am Camping Mazet Plage fussläufig zum Klettergebiet. Eine rheinländische Großgruppe aus Düren und Umgebung ließ uns abend für abend staunen, was neben Klettern und Slacklinen freizeittechnisch noch alles möglich ist. Nach entspannten und erfolgreichen Klettertagen wurde oft zusammen gekocht, gegrillt, über neue und alte Projekte sinniert und die Weinauswahl des lokalen Supermarktes mit feiner Nase auf die Probe gestellt.

Mazet Plage und Chaulet Plage – direkt vor der Haustür
Mit Zustiegen von weniger als 10 Minuten und tollen Routen in allen Schwierigkeitsgraden kamen alle der insgesamt 18 Teilnehmer und Mitorganisatoren voll auf ihre Kosten. Ungefähr die Hälfte der Woche waren wir direkt vor Ort unterwegs in Routen zwischen 4 und 7a, direkt am Ufer der Chassezac. Klar war die eine oder andere Route auch mal etwas abgespeckt, letztlich fand sich aber für alles auch eine zufriedenstellende Lösung. Und an ambitionierten Projekten mangelte es an keinem Tag. An vielen Stellen fanden sich für jeden die richtigen Herausforderungen.

Seynes – glatte Wände und anspruchsvolle Sinterformationen
Zwei Tage lang konnten wir das Gebiet Seynes kennenlernen. Die typisch nach Süden ausgerichteten Kalkwände in weiß und Rottönen sehen einfach super aus. Plattenkletterei, Überhängende glatte Wände und dazwischen Sinter in allen Größen und Ausprägungen. Der Knaller in unserem Schwierigkeitsgrad: Tube neurale (6c) war ein Riesenspaß. Aber auch feine Klettereien im 6. und 7.Grad auf kleinen Tritten und mit viel Balance kamen nicht zu kurz.
Wandern, Einkehren und Rumfahren
Neben dem Klettern kam auch das „Drumherum“ nicht zu kurz. An Pausentagen waren kleinere Wanderungen durch den Bois de Païolive ,durch die Ardeche-Schlucht, oder ein ein entspannter Tag am Pont d’Arc angesagt. Kenner der französischen Küche kamen schließlich im Restaurant L’Olivier de Paiolive auch auf ihre Kosten. Der etwa 5 km lange Heimweg stellte sich danach für manch einen als schwerste Route der Woche heraus.

Die Termine für 2016 findet ihr im neuen Programm der Klettergruppe des DAV Köln.

Berdorf 2015

Berdorf, Wanterbaach
Das Klette20150607_0066rgebiet liegt etwa zwei Stunden von Köln entfernt in der Luxemburgschen Schweiz. An heißen Tagen bietet der Wald ideale Voraussetzungen für ein gemeinsames Kletterwochenende. Hätte der Campingplatz noch einen Pool und eine Einkaufsmöglichkeit, man würde zum Arbeiten nach Köln pendeln.

Für jeden was dabei!
Die Kletterfahrten nach Berdorf wurden von genuss- wie auch von leistungsorientierteren Kletterern gut angenommen. Die beiden angebotenen Kletterfahrten waren weit über die angegebene Teilnehmerzahl gebucht. Egal ob am Kletterfels oder abends auf der Zeltwiese, es war immer gute Stimmung. Rotweinexperten und Garnellengrillmeister ergänzten sich prima mit Feuerholzsammlern, Bolognesestarköchen und Spülprofis. An der Pfingstfahrt wurde die Expedition nur durch ein von einem holländischen Pärchen betriebenen Hooverzelt in den Schatten gestellt.


Tolle Strukturen, sehr gute Absicherung und eine breite Palette an Herausforderungen, so lässt sich der kleine Wald mit den knapp 300 Routen zusammenfassen. Und trotz des hohen Andrangs war letztlich doch immer was zu finden. Alles in allem ein Klettergebiet mit hoher Relevanz für unsere Klettergruppe. Ich freue mich auf den nächsten Ausflug mit euch.
Die Termine für 2016 findet ihr im neuen Programm der Klettergruppe des DAV Köln.